Wer in Frankfurt nach authentischer asiatischer Küche sucht, landet schnell bei den üblichen Verdächtigen: Sushi im Bahnhofsviertel, Pho im Nordend, Dim Sum in der Innenstadt. Doch abseits der bekannten Adressen hat sich in Bockenheim ein kleines Lokal etabliert, das ein Konzept nach Frankfurt bringt, das man hierzulande noch selten findet: Cart Noodles nach Hongkonger Vorbild. Die Rede ist von Block12, einem asiatischen Restaurant in Frankfurt, das sich ganz der kantonesischen Straßenküche verschrieben hat.
Ein Stück Hongkong am Weingarten
Block12 liegt Am Weingarten 12 in Bockenheim – die Hausnummer ist zugleich Namensgeber. Von außen unscheinbar, innen kompakt und unprätentiös: Hier geht es nicht um Interior-Design, sondern ums Essen. Und das hat eine Geschichte, die bis in die 1950er- und 60er-Jahre zurückreicht. Damals verkauften Händler in Hongkong von kleinen Handwagen aus einfache Nudelgerichte, die sich jeder Gast nach Geschmack und Geldbeutel selbst zusammenstellte. Aus dieser improvisierten Straßenküche wurde ein Kultgericht: Che Zai Mian, die Cart Noodles.
Genau dieses Baukastenprinzip ist das Herzstück von Block12. Statt eine fertige Nudelsuppe von der Karte zu bestellen, komponiert man seine Schüssel selbst: Zuerst wählt man die Nudelsorte, dann die Brühe, anschließend die Toppings. Von zarten Rindfleischscheiben über Wantans bis hin zu Fischbällchen und knackigem Pak Choi reicht die Auswahl – die Kombinationsmöglichkeiten sind praktisch endlos. Wer es klassisch mag, hält sich an bewährte Kombinationen; wer experimentierfreudig ist, stellt sich bei jedem Besuch eine neue Schüssel zusammen.
Mehr als nur Nudeln
Neben den Cart Noodles finden sich auf der Karte weitere Klassiker der Hongkonger Straßenküche: Curry-Fischbällchen, wie man sie an jeder Straßenecke in Kowloon bekommt, gefüllte Wantans, Reisgerichte und kleine Desserts runden das Angebot ab. Auffällig ist die Frische der Zutaten – die Nudelschalen werden mit Sojasprossen und Pak Choi serviert, die Brühen schmecken hausgemacht und nicht nach Fertigwürze.
Das Konzept kommt an: In der lokalen Gastroszene hat sich Block12 seit der Eröffnung schnell einen Namen gemacht, und auch die Frankfurter Gastrokritik ist auf das Lokal aufmerksam geworden. Kein Wunder – chinesische Regionalküchen liegen im Trend, und während Handpulled Noodles und Sichuan-Küche in Frankfurt bereits angekommen sind, war die kantonesische Street-Food-Kultur bislang eine Lücke im gastronomischen Angebot der Stadt.
Für wen lohnt sich der Besuch?
Block12 ist kein Ort für ein ausgedehntes Dinner mit Kerzenschein – und will es auch gar nicht sein. Wer schnelles, ehrliches und aromatisches Essen sucht, ist hier genau richtig: in der Mittagspause, nach dem Einkauf auf der Leipziger Straße oder als unkomplizierter Abendtreff mit Freunden. Die Portionen sind großzügig, die Preise fair, und das Baukastenprinzip macht das Bestellen zu einem kleinen Erlebnis. Auch Vegetarier finden dank frischem Gemüse, Tofu-Optionen und variabler Brühen ihre Kombination.
Geöffnet ist dienstags bis freitags ab 11.30 Uhr sowie am Wochenende ab mittags – ideal also auch für einen spontanen Lunch. Wer keine Zeit für einen Besuch vor Ort hat, kann die Gerichte über gängige Lieferdienste bestellen. Das volle Erlebnis gibt es allerdings im Lokal selbst, wenn die dampfende Schüssel frisch zusammengestellt auf den Tisch kommt.
Fazit
Frankfurt ist um eine kulinarische Facette reicher. Block12 zeigt, dass authentische asiatische Küche nicht groß und laut sein muss, um zu überzeugen – manchmal reicht eine kleine Ladenfläche in Bockenheim, ein durchdachtes Konzept und die Leidenschaft für ein Gericht, das seit Jahrzehnten die Straßen Hongkongs prägt. Wer Cart Noodles noch nie probiert hat, sollte das schleunigst nachholen. Und wer sie kennt, weiß ohnehin, warum sich der Weg nach Bockenheim lohnt: Eine Schüssel, unzählige Möglichkeiten – so schmeckt Hongkong mitten in Frankfurt.













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